Die 10 Goldenen Wurmkompostregeln

Eine detaillierte Anleitung zum Betreiben einer Wurmfarm gibt es hier und eine Wurmkiste-Bauanleitung hier für Wurmkiste v1 und hier für Wurmkiste v2.

  1. Wurmkiste: Je nach Menge der anfallenden Küchenabfälle entscheidet man sich für die Größe der Wurmkiste. Als Faustregel gilt: Für jedes halbe Kilogramm Küchenabfall sollte die Wurmkiste eine Grundfläche von etwa 10 Quadratdezimetern haben. (Hier gibt es eine Bauanleitung für Wurmkiste v1 und hier für Wurmkiste v2)
  2. Würmer besorgen und einsetzen: Für die Wurmfarm eignen sich Kompostwürmer (Eisenia foetida), die gibt es z.B. auf Wurmwelten.de zu kaufen. Als Faustregel gilt: 250 Gramm Würmer pro 10 Liter Volumen der Wurmkiste.
  3. Standort: Extreme Hitze, Kälte, Trockenheit oder Nässe schaden der Wurmfarm. Daher am besten an einem dunklen Ort bei 15-25°C aufstellen. Gute Plätze sind Küche, Keller, Balkon oder Garage.
  4. Speiseplan: Bei der Art des Kompostmaterials gelten die gleichen Regeln wie beim normalen Komposthaufen. Es gehören also alle organischen Abfälle wie z.B. Gemüse- und Obstabfälle, Kaffeesatz, Teebeutel, fein gemahlenes Getreide, Eierschalen, in die Wurmfarm. Würmer lieben Abwechslung! Es sollte mindestens einmal pro Woche gefüttert werden. Frisches Kompostgut immer im Wechsel nur auf einer Seite der Wurmkiste zugeben und nicht höher als 5-10 Zentimeter schichten. Gefüttert wird erst wieder, sobald sich Würmer auf der obersten Abfallschicht befinden.
  5. Zeitungspapier: Als Kohlenstofflieferant dient Zeitungspapier, das etwa 25% des Futters ausmachen sollte. Am besten etwa einmal im Monat zerrissene Papierstreifen zugeben.
  6. Feuchtigkeit: Die Feuchtigkeitsbedingungen der Wurmkiste sollten bei jeder Fütterung überprüft werden. Es sollte feucht, aber nicht nass sein. Bei Bedarf wird das organische Material leicht mit Wasser besprüht. Überschüssige Feuchtigkeit muss in einen Auffangbehälter ablaufen können.
  7. Dinge langsam angehen: Lass deinen Würmern ein wenig Zeit zur Eingewöhnung und füttere am Anfang lieber öfter in kleinen Portionen (alle 2 Tage statt einmal pro Woche). Nach etwa einem Monat wird die Wurmkiste produktiv laufen und die Würmer verarbeiten pro Tag etwa die Hälfte ihres Gewichts.
  8. Abdeckung: Die letzte Abfallschicht sollte immer mit einem feuchten Tuch oder Kartoffelsack abgedeckt sein, sodass sich die Feuchtigkeit hält. Ein Deckel macht die Wurmkiste ausbruchsicher.
  9. Fertiger Wurmhumus: Frischer Wurmhumus kann nach etwa 3-6 Monaten geerntet werden und gilt als einer der fruchtbarsten Naturdünger überhaupt. Optimal als Bodenverbesserer, Keim- und Aussaaterde (Erde mit ca. 25% Wurmhumus anreichern).
  10. Fertiger Wurmtee: Die Menge des Wurmtees sollte regelmäßig überprüft und bei Bedarf geerntet werden (am Anfang wird es einige Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich ausreichend Wurmtee im Auffangbecken gesammelt hat). Wurmtee ist ein hervorragender Flüssigdünger oder Naturpestizid (immer 1:10 mit Wasser verdünnen).

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4 Comments

  1. Truddel
    May 30, 2017
    Reply

    Hallo, ich habe mir jetzt auch eine Wurmkiste gebaut.. Sie ist aus Holz, seit zwei Wochen mit Würmern bestückt, und steht draußen, Aber jetzt bildet sich Schimmel. Woran kann das liegen? Es ist gerade schon sehr warm.
    Muss ich noch mal neu anfangen?

  2. Horst Nowakowski
    March 27, 2017
    Reply

    Hallo, ich habe eine Frage zur Abdeckung und Ausbruchsicherheit der Würmer.
    Ich betreibe schon etliche Jahre 2 handelsübliche Komposter (Plaste, ca. 1 m³), aus dem ich wechselseitig und jährlich Kompost entnehme. Bei der Entnahme konnte ich immer eine zahlreiche Vermehrung der Würmer feststellen. – Nun das Problem:
    Zeitweise und eigentlich nur im Sommer kommt es zu einer bündelartigen Ansammlung von Würmern im Deckelbereich, an den Scharnieren usw.(bis zu 100 Stück). Sie verlassen also den Kompost und das ist mir unerklärlich. Könnte es sein, dass sie einer Massenvermehrung im Kompost ausweichen oder ist es ein Ritual der Fortpflanzung ? Wenn Du dafür eine Erklärung hättest, wäre ich für eine Übermittlung sehr dankbar. Viele Grüße von Gartenfreund Horst

    • Kompostherstellung
      May 1, 2017
      Reply

      Hallo Horst, schwer zu sagen woran das liegt. Ich würde davon ausgehen, dass die Bedingungen, die im Hochsommer im Komposter herrschen suboptimal sind und die Würmer deshalb flüchten. Ist es vielleicht sehr trocken, heiß oder nass im Komposter? Kannst du diesen Effekt während der extrem heißen oder regenreichen Tagen beobachten? Hat der Komposter Bodenkontakt und Öffnungen an der Unterseite, sodass sich die Würmer an heißen Tagen in die unteren Bodenschichten zurückziehen können und/oder damit überschüssige Flüssigkeit ablaufen kann? In meiner Wurmkiste habe ich diesen Effekt auch schon beobachtet, meistens wenn es sehr viel Regen gab und die Würmer in höhere Bodenschichten vor dem Wasser flüchten wollten. Also weiter beobachten und mal die Temperatur und Feuchtigkeit prüfen. Viele Grüße

  3. Willi Sonnenschein
    September 27, 2016
    Reply

    Moin Moin Mario,
    meine Fragen im Mai wurden sehr gut beantwortet.
    Ich bestellte im Mai Würmer und Kisten. Die Würmer waren schnell bei mir.
    Die Kisten kamen nicht ( siehe Bewertung AUER ) ich mußte Improvisieren.
    Ein Blechcontainer mit 6 Schubladen wurde in eine kleine Wurmfarm umfunktioniert. Alle Etagen wie von Mario beschrieben wurden vorgesehen.
    Zusätzlich baute ich eine Schublade zum permanent Filter um,. ein Hanfteppich
    diente als Filter.. Da die erste Schublade nun gefüllt war mit Humus Würmern und
    neuem Futter und ich befürchten musste das bei der anstehenden Wanderung der
    Würmer in die nächste Etage ein Guillotine Effekt statt findet, zogen wir gestern in die Euroboxen um.
    Nun zeigte sich der Vorteil des permanent Filters. Auf der Filter-Matte befand sich eine ca 1 cm dicke Humusschicht und was erstaunlich war, auch die Kinderstube. Zählen konnte ich den Nachwuchs nicht, aber es war eine nicht zu unterschätzende Menge von 1- 2 cm großen Exemplaren die auch noch von etlichen Elterntieren betreut wurden.
    Dieses, ja gewollte Ergebnis, wäre ohne Filter elendig Ersoffen.
    Nun eine Frage an Mario
    Die Farm steht in meinem Garten, in einem unbeheizten Raum. Mir Ist bekannt
    das bis +10* nichts geschieht. Ich möchte aber die Lebhaftigkeit und Vermehrungsfreudigkeit erhalten.
    Kann ich durch eine vorsichtige Hefebehandlung, eine für die Würmer schadlose,
    Temperaturerhöhung vornehmen?
    Sälbstverständlich nicht über +30*
    Gruß Willi

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